Andreas Pröve
China
Samstag 28.03.2020 // 17 Uhr

Im Jahr 2017 ist Andreas Proeve voller Abenteuerlust in Shanghai an der Mündung der Jangtsekiang gestartet, hatte über 6000 Kilometer und das viertgrößte Land der Erde vor sich. Geholfen hat ihm nicht nur sein „Triebling“, ein Schiebemotor, der seinem Rollstuhl den rechten Speed gab, vor Allem waren es die vielen Helfer, Begleiter und letztendlich „Schreibtischtäter“ mit Beziehungen zu höheren Stellen, die sich von seinem Projekt „Explore Jangtse“ haben mitreißen lassen. Größten Dank aber ist er seinem chinesischen Freund Sun De Yue schuldig, der sich voller Begeisterung daran beteiligt hat seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Obwohl der Jangtse immer als roter Faden durch China diente, hat er auf seiner Reise große Abstecher durch atemberaubende Landschaften unternommen. Da waren die 200 Meter hohen, bewaldeten Sandsteinpfeiler um die Stadt Zhangjiajie, die jeden Besucher in die Scheinwelt des Films Avatar versetzt; es ging durch die Schluchten des Wulong Nationalparks; zur größten, aus dem Fels gehauenen Buddhastatue der Welt; durch Terrassenfelder zu Phänomenalen Flammenden Bergen oder durch die 300 Meter hohe Sanddünnen in der Badain Jaran Wüste, zwischen denen sich Seen gebildet haben. Ein unvergesslicher Anblick. Megastädte am Jangtse, die seit dem Bau des großen Staudamms zu explodieren scheinen, standen im krassen Gegensatz dazu und eine Bevölkerung die Schwierigkeiten hat, dem rasanten Wachstum des Landes zu folgen. Ihre Portraits und Interviews geben ein lebendiges Bild der Gegenwart des heutigen China.
Nicht zuletzt haben ihn die 6000 Meter hohen Berge um die Quelle des Jangtse begeistert. An den Tanggula Mountains, am Fuße des Geladaindong Gletschers erreichte er sein hohes Ziel: Die Quelle des längsten Stroms Asiens.

Andreas Pröve, geboren 1957, bekannter Fotoreporter und Buchautor, verunglückte als 23jähriger mit seinem Motorrad und ist seitdem querschnittsgelähmt. Schon drei Jahre nach dem Unfall brach er im Rollstuhl zur ersten Indienreise auf und tourt bis heute, getrieben von der Lust am Entdecken und unstillbarer Neugier, durch die Welt. Dabei schreckt er auch nicht vor extremen Herausforderungen zurück.

Ebenso offensiv und hautnah wie er reist, ist seine Bühnenpräsenz. Authentisch und emotional fesselt er das Publikum. Ansteckender Witz, Humor und die Offenheit dessen, der das Leben liebt, prägt auch seine Bücher, die die "SPIEGEL" Bestsellerlisten erreicht haben.

Mit seiner Familie lebt Pröve heute am Südrand der Lüneburger Heide.

Mehr unter: www.proeve.com